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Vom Mobile World Congress: Googles Visionen

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Einer der interessantesten und wohl am meisten erwarteten Vorträge auf dem Mobile World Congress in Barcelona war der von Google-CEO Eric Schmidt. Der freute sich ebenso wie die Teilnehmer, anwesend sein zu dürfen. Angeblich, weil die Zeit, in der sich die Branche gerade befindet, so aufregend ist, weil sich so viel tut, so vieles anders wird. Vielleicht aber auch, weil so viele kamen, um eine der schillerndsten Personen der Web-Welt zu sehen und zu huldigen. “Google rocks” war aus dem Auditorium zu vernehmen. Vielleicht war eine Mischung aus beidem für Schmidts Freude verantwortlich. Was es auch sein mag, Schmidt weiß zu beeindrucken. Zum Beispiel mit seiner bzw. Googles Vorstellung vom Mobile Web.

Smartphones sind bessere PCs

Smartphones können heute bereits mehr als PCs, laut Schmidt sind sie gar bessere PCs. Und wenn in ein drei Jahren der Absatz von Handys den von PCs überholt, dann werden wir alle zum “Cyborg”. Denn mit dem Smartphone können wir schon heute besser sehen, schreiben, sprechen, verfügen über mehr Wissen, können Dinge machen, von denen wir bisher keine Ahnung hatten. Damit diese Entwicklung weitergeht bedarf es laut Schmidt dreier wichtiger Komponenten: Computing, Connectivity und Cloud Computing. Wer sich besserer Hardware, besseren Verbindungen und dem Cloud Computing verschließe, der habe künftig wenig Chancen, so Schmidt.

Vor allem das Cloud Computing eröffne ungeahnte Möglichkeiten, so Schmidt. Es dient als Backbone für das Smartphone, der User kann immer und überall auf seine Daten zugreifen. Verliert er sein Handy oder kauft er sich ein neues, die Daten sind stets vorhanden. Das Arbeiten mit oder in der Cloud erlaube aber auch neue Möglichkeiten Informationen zu kombinieren. Beispielsweise Google Voice Recognition und Google Translate. Wird beides zusammengeführt, dann kann man in seiner Sprache mit einer Person kommunizieren, die eine andere Sprache spricht. Google übersetzt simultan.

Smartphones sind Magie

Oder beim Besuch einer fremden Stadt, da zeigt einem das Smartphone nicht nur an wo man sich befindet sondern auch, was einen interessiert. So kann Mann beim Spaziergang über die Rambla in Barcelona etwas über die Geschichte der Straße erfahren, während Frau mit aktuellen Shopping-Infos versorgt wird. Schließlich ist das Smartphone schon heute treuester Begleiter und in naher Zukunft weiß es wohl auch mehr über uns als wir selbst. Bis dahin dauert es aber noch ein wenig.

Bereits verfügbar ist dagegen Google Voice Search. Neben Mandarin, Japanisch und Englisch kann demnächst auch in deutscher Sprache gesucht werden. Zudem werden die Fähigkeiten von Goggles ausgebaut. Künftig soll man einen Text fotografieren und von Google binnen weniger Sekunden übersetzen lassen können. So sieht man auf seiner Reise nicht nur was man isst, man was weiß auch was es ist. Bei einem Trip nach Barcelona ist das vielleicht nicht ganz so entscheidend, für China-Reisende dürfte es dagegen eine überaus nützliche App sein. Des Weiteren arbeitet Google an der Integration von Flash unter Android. Bei derlei “Magie” verwundert Googles neue Devise wenig: “Mobile first”.

Muss man vor Googles Visionen Angst haben?

Ein Motto, das so manchen Vertreter der Mobile-Zunft einen Schauer über den Rücken gejagt haben dürfte. Doch Schmidt wehrte Vorwürfe ab, Google wolle das Geschäft mit Inhalten dominieren, “stehle” den Anbietern Telefonminuten und degradiere diese zu reinen Anbietern von Datenleitungen. Ebenso erteilte er Spekulationen, wonach Google eine eigene Netzinfrastruktur aufbauen würde, eine Absage. Für Google sei das geplante eigene Hochgeschwindigkeitsnetz ein reines Forschungsprojekt. So ganz mag man ihm das allerdings nicht glauben. Google verdient sein Geld mit Werbung und wird auch in Zukunft alles daran setzen, vom Werbekuchen im Mobile Web das größte Stück zu ergattern.

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