Magazin für digitale Arbeit & Kultur
Social

Twitters schmutziges, kleines Geheimnis: Irrelevanz

admin
#twitter

Twitter wird seit rund einem Jahr in einem Atemzug mit Facebook genannt, wenn es um die Frage geht, worauf Unternehmen ihren kommunikativen Fokus richten sollen. Ähnlich wie im Fall der mittlerweile mehr als 600 Million Facebook-User wird auch für den Microblog mit den weit in die 100 Million gehenden User-Zahlen argumentiert. Doch unter dem Gesichtspunkt, dass soziale Medien sich über das Engagement der Community und die Kommunikationsbereitschaft der User definieren, so lohnt ein Blick hinter diese grob quantitativen Werte. Einen Eindruck von der Qualität des Services liefern dagegen folgende Zahlen:

  • 33 Prozent der User haben noch nie getweetet
  • Stolze 80 Prozent haben weniger als zehn Tweets abgeschickt
  • Ein Viertel folgt niemandem und fast zwei Drittel folgen weniger als zehn anderen Usern

Diese Werte entstammen der Infografik Twitter’s Dirty Little Secret, die wir bei den BitRebels entdeckt haben. Treffender könnte der Titel kaum gewählt sein, denn hinter der Kulisse scheint es – unter der Vorraussetzung, dass die Werte stimmen – mau auszusehen beim Microblog. Nicht wenige User bekommen den Eindruck, dass sich ihre Follower-Crowd lediglich aus Spammern oder brachliegenden Eintags-Zwitscherern zusammensetzt.

Ein Blick in Analysetools wie ManageFlitter kann die Qualität des Follower-Wertes schnell relativieren: Nicht wenige Accounts haben seit mehr als vier Wochen keinen müden Tweet mehr von sich gegeben, viele verwenden nicht einmal ein Profilbild. Ein genauerer Blick auf die Listen, in denen man aufgeführt ist, kann offenbaren, dass dabei viele automatisch von Formulist generiert wurden. Dieser Service erfreut sich aktuell zunehmend bei Spammern steigender Beliebtheit, lässt sich damit die Zahl der Listeneinträge doch schnell steigern. Mit dem Listen-Service kann man zum Beispiel festlegen, dass neue Follower automatisch gelistet werden – frei nach dem Motto gib dem Spammer Zucker.

Twitter kann wichtig sein, wie beispielsweise die jüngsten Ereignisse in Ägypten gezeigt haben – manche Tweets bringen uns immer wieder zum Lachen – Twitter kann manchen Marketing-Kampagnen mittels Viralität den entscheidenden ROI geben. Doch letztendlich macht es in jedem einzelnen Fall nicht die Masse, sondern die Klasse. Klar wollen Unternehmen, dass ihr Account möglichst viele Follower hat, schließlich ist dies einer der wenigen messbaren Werte, die Social Media Services bieten. Doch um sicher zu stellen, dass die Zahl der Follower möglichst aussagekräftig ist, muss man sich um die wenigen, aktiven User bemühen – und das geht inzwischen nicht mehr ohne geschultes Know-how.

Infografik: Twitter wird überschätzt

Über den Autor
Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>