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Ist Facebook ein Klickbetrüger?

admin
#facebook

Bereits gestern berichteten wir darüber, wie man per sozialem Netz über Nacht berühmt werden kann. Jetzt schlägt ein neuer Fall hohe Wellen und macht das Musik Start-Up Limited Run weltbekannt. Wie viele Unternehmen auch schaltete Limited Run Werbung auf Facebook. Bei einer vom Musikdienst in Auftrag gegebenen Auswertung wurde nun festgestellt, dass die Anzahl der Klicks nicht mit den tatsächlichen Seitenbesuchen übereinstimmt.

Limited Run beauftragte mehrerer Analysefirmen, die allesamt nur 15 bis 20 Prozent der Klicks verifizieren konnte. Mithilfe einer eigens entwickelten Analysesoftware stellte man dann fest, dass die übrigen 80 Prozent der Klicks von Usern getätigt wurden, die kein JavaScript nutzten, was natürlich nachdenklich stimmen musste. Aus dieser Unstimmigkeit schlossen die Entwickler, dass es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Bots handeln muss. Auf den ersten Blick klingt es dabei merkwürdig, warum sich ein Unternehmen über zu viele Klicks beschweren sollte, doch müssen sie für jeden Klick einen bestimmten Betrag an Facebook überweisen, das also der eigentliche Gewinner in dieser Konstellation ist. Die naheliegende Vermutung, dass Facebook hinter den Bots steht, wurde jedoch nicht ausdrücklich ausgesprochen. Lediglich seinem Ärger tat das Unternehmen kund und hätte in Zukunft keine Geduld mehr für die “Scumbags” von Facebook.

Die Nachricht, die eigentlich nur für einen kleinen Kreis von Followern bestimmt war, wurde schnell Öffentlich und veranlasste die amerikanische Advertising Research Foundation (ARF) zu einem Experiment. Das Ergebnis überraschte, denn eigens zu diesem Zweck geschaltete leere Werbungen erhielten kaum merklich weniger Klicks als tatsächliche Werbungen.

Limited Run hat inzwischen im eigenen Blog einen leichten Rückzieher von den Vorwürfen gemacht. Man hätte nicht gewusst, dass die Meldung über ihren Rückzug wie eine Bombe einschlagen würde und die Entwickler möchten sich nicht weiter zu dem Fall äußern, da Facebook zugesagt habe, der Sache nachzugehen. Es bleibt ein weiterer fader Beigeschmack, der Facebook zusehends in Erklärungsnot bringt.

In einer Facebooknachricht kündigte das Unternehmen seinen Rückzug von der Plattform an und nannte dafür die folgenden Gründe:

Leider ist die Facebookseite inzwischen offline und der Text kann daher nicht mehr im Original angezeigt werden.

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