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Google-Studie: Die Zukunft der Arbeit

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Webbasierte Technologien erreichen langsam den Arbeitsplatz und beeinflussen Arbeitsprozesse. Es entstehen neue Formen der Zusammenarbeit, Kollegen sind besser vernetzt. Doch viele Unternehmen sind nicht so ausgestattet, wie sich seine Mitarbeiter es wünschen. Jeder Dritte Beschäftigte in Deutschland glaubt, dass sein Arbeitgeber unzureichend in IT investiert. Und 38 Prozent (44 Prozent länderübergreifend) verwenden privat eine bessere Technologie als im Büro. Dabei liegt die Korrelation zwischen Zusammenarbeit und Innovation bei 81 Prozent. zu diesem Ergebnis kommt eine von Google bei der Future Foundation in Auftrag gegebene Studie: “Die Zukunft der Arbeit”.

Untersucht wurde, wie wie Unternehmen webbasierte Technologien einsetzen, ob sie ihr Innovationspotenzial ausschöpfen und welche Auswirkungen die neuen Technologien im nächsten Jahrzehnt auf Arbeitsprozesse haben. Befragt wurden 3.500 Arbeitnehmer – darunter IT- und Personal-Manager – sowie 13 Innovationsexperten aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan und den USA.

Vor allem die deutschen Angestellten schätzen laut Studie eine kollegiale Umgebung: Zwei Drittel arbeiten lieber in einem Team (59 Prozent
länderübergreifend). 62 Prozent (54 Prozent länderübergreifend) sagen,
dass sie die besten Ideen kreieren, wenn sie sich mit ihren Kollegen
austauschen. Und 78 Prozent der Deutschen (71 Prozent
länderübergreifend) geben an, regelmäßig proaktiv Ideen zum Unternehmen
beizusteuern – sofern sie die Möglichkeit dazu erhalten. Denn dazu fühlt
sich gerade einmal jeder Dritte von seinem Arbeitgeber ermutigt (27
Prozent insgesamt).

Breits 54 Prozent der deutschen Arbeitnehmer kennen bereits webbasierte Programme. Beruflich genutzt werden sie von 65 Prozent einmal in der Woche. Privat verwenden 77 Prozent der Befragten die neuen Technologien wöchentlich. 16 Prozent fühlen sich den neuen Technologien nicht gewachsen.

Nur rund ein Drittel der deutschen
IT-Manager glaubt, dass ihr Unternehmen das volle Potenzial in punkto
Technologie und webbasierter Tools ausschöpft. Dabei sagen 73 Prozent
der Deutschen (70 Prozent länderübergreifend), dass ihnen die neuen
Technologien die Arbeit erleichtern, 75 Prozent, dass ihre Arbeit
effektiver geworden ist und 70 Prozent, dass sie besser mit ihren
Kollegen zusammenarbeiten und interagieren. Zudem gehen Arbeitnehmer,
die privat neue Technologien und Social Media-Plattformen nutzen, davon
aus, dass Unternehmen ähnliche Tools und virtuelle Arbeitsplätze
bereitstellen müssen. Denn zwei Drittel aller Befragten glauben, dass
Unternehmen in Zukunft nur mittels zeitgemäßer Technologien die besten
Mitarbeiter gewinnen und ihre Produktivität erhalten beziehungsweise
steigern können.

Der Einführung neuer Technologien im Unternehmen stehen Barrieren
entgegen: Deutsche IT-Manager sehen einen Mangel an Visionen der
Geschäftsleitung (43 Prozent) sowie fehlende Investitionen (42 Prozent)
als Hemmnisse. Und auch wenn bereits die Hälfte der deutschen
Mitarbeiter, die schon mit Cloud-Programmen gearbeitet haben, angeben,
dass webbasierte Zusammenarbeits-Tools ihre Arbeitsweise verändert
haben, glaubt die Hälfte (47 Prozent), dass der Zugriff auf soziale
Netzwerke wie Facebook und Twitter Arbeitsprozesse hemmt.

Neben der Herausforderung, die richtige Technologie am Arbeitsplatz zur
Verfügung zu stellen, zeigt die Studie weiter, dass Unternehmen
motivierende Anreize für Angestellte schaffen müssen, um neue Ideen zu
generieren: So sagen 55 Prozent der befragten deutschen Mitarbeiter, sie
würden mehr kreative Ideen beitragen, wenn sie honoriert würden. Die
größten Impulse sind finanzielle Belohnung (45 Prozent) und die
Anerkennung ihrer Leistungen (38 Prozent).

Des Weiteren belegt die Studie, dass flexibles Arbeiten oder sogenannte
Telearbeit noch nicht in den Unternehmen angekommen ist – obwohl
webbasierte Zusammenarbeits-Tools ein standortunabhängiges Arbeiten
ermöglichen und Telearbeit in den vergangenen Jahren zugenommen hat. In
Deutschland fühlen sich lediglich 15 Prozent der Mitarbeiter von ihrem
Arbeitgeber ermutigt, von überall zu arbeiten. In den USA und
Großbritannien arbeitet bereits jeder Dritte beziehungsweise jeder
Vierte von zu Hause aus. Auch glauben 73 Prozent der HR-Manager in
Deutschland, dass flexibles Arbeiten die Produktivität erhöht. Doch 55
Prozent der deutschen Befragten (58 Prozent insgesamt) sind
zuversichtlich, dass ihr Arbeitgeber in Zukunft individuell angepasstes
Arbeiten ermöglichen wird.

Jedoch müssen Unternehmen ihre flexiblen und von überall arbeitenden
Angestellten in einer zunehmend vernetzten Welt auch davor schützen,
stets verfügbar zu sein und sich zu überarbeiten. Denn 35 Prozent der
befragten Arbeitnehmer in Deutschland erwarten, dass die Grenzen
zwischen Arbeit und Leben in den nächsten zehn Jahren verschwimmen. 30
Prozent glauben, dass sie mehr Zeit auf ihre Arbeit verwenden, wenn sie
standortunabhängig arbeiten. Und ein Drittel von ihnen äußert, dass sie
durch Telearbeit schlechter von der Arbeit abschalten können.

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