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Google poliert sein Image und China die Zensur

admin
#google

Googles Rückzug aus China und der glorreiche Trick, mit dem man die Zensur umgeht, sind für die Suchmaschine vor allem eines: publicity-wirksam und sie wahren das Gesicht. Google selbst hat die Fahne der freien Meinung selbst am höchsten gehängt, dass man sich in China der Zensur beugt mag da nicht recht ins Bild passen. Doch die Weiterleitung chinesischer User auf Googles Seite in Hongkong bringt nicht die gewünschte “Suchfreiheit”.

YouTube und andere Seiten sind immer noch gesperrt, nur überlässt man das schmutzige Geschäft jetzt der Chinesischen Regierung. Und aus China zieht man sich auch nicht zurück. Weiterhin beschäftigt Google dort Mitarbeiter, die Werbung verkaufen und die Forschung betreiben. Alles andere wäre auch wirtschaftlicher Unfug. Zumindest aber kann man jetzt nach außen hin behaupten, man sei nicht böse. Und zumindest ist es Google gelungen, dem Thema Zensur weltweit zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Ob sich an der Einstellung Chinas allerdings etwas ändern wird, darf bezweifelt werden. Selbst wenn es Google Co-Founder Sergey Brin gelingen sollte, daraus einen Staatsakt zu machen.

Für China dagegen ist klar, wer mit der Volksrepublik Geschäfte machen will, der muss sich auch an die im Land geltenden Gesetze halten. Ohnehin solle Google sich nicht derart echauffieren, man stecke schließlich mit dem US-Geheimdienst unter einer Decke, zitiert AFP die “Volkszeitung”.

Laut der Nachrichtenagentur hat zudem einer der reichsten Männer des Landes angekündigt, in seiner Firma künftig auf Google zu verzichten. Vermutlich wird es nicht bei einem Unternehmen bleiben. Die dürften künftig vor allem Baidu nutzen, größte Suchmaschine in China. Deren Suchdienst ist allerdings nicht unumstritten. Baidu soll sich für die Platzierung von Links bezahlen lassen, negative Ergebnisse bei der Suche herausfiltern und manchmal Seiten auch gar nicht verlinken. Der Meinungsfreiheit ist somit wohl kaum gedient. Haben doch andere Suchmaschinen wie Microsoft Bing, auch wenn sie keine bedeutende Rolle in China spielen, bereits angekündigt, weiterhin in China vertreten zu sein.

Damit dürfte sich der Wunsch nach einem offeneren Internet in China nicht erfüllen. Vielmehr hat Google die Chance vertan, einen öffentlichen Diskurs über Meinungsfreiheit und freien Informationsfluss anzustoßen, nicht weltweit sondern in China.

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