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Google in 20 Jahren

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Google ist ein nicht wegzudenkender Player im Web. Marissa Mayer, Googles Vice President of Maps and Location Services, hat sich nun während eines Events in New York City gegenüber Bloomberg Businessweek Reporter Josh Tyrangiel dazu geäußert, wie wir mit Google voraussichtlich in den nächsten 20 Jahren interagieren werden. Sie spricht davon, dass Google weiter daran arbeiten wird seine Fähigkeiten dahingehend zu verbessern, dass die Suchmaschine ihren Nutzern Antworten “vorhersagt und vorschlägt” – vielleicht sogar bevor überhaupt die Frage an die Suchmaschine gestellt wurde.

Das hört sich nach einer deutlichen Kampfansage an. Vor allem wenn man Apples Personal Assistant Siri berücksichtigt, die zumindest englischsprachigen Nutzern auf fast jede Art von Anfrage eine recht brauchbare Antwort gibt und damit den Benutzer dabei unterstützt, relevante Informationen und Antworten auf Fragestellungen zu finden.

Haben wir uns also darauf einzustellen, dass dem Suchmaschinenriesen durch seine kürzlich eingeführte Profil-Verknüpfung nichts mehr verborgen bleibt und er die Masse an Daten für die “Vorhersehung” von Nutzeranfragen verwenden wird, um Apple bei der Suche in nichts nachzustehen?

I think that there’s a world that we can move into where can we do a different kind of search that’s more futuristically oriented for a person […] Can we predict what restaurants you’ll like when you’re in a new city? It may not be that you search for pizza, but we know you tend to like pizza places, or you tend to like more casual, loungey bars, so we can suggest things.

Der frühere CEO Eric Schmidt hatte zu Googles Plänen gegenüber dem Wallstreet Journal angedeutet:

I actually think most people don’t want Google to answer their questions. They want Google to tell them what they should be doing next.

Die Zusammenführung der Profildaten mit sämtlichen Such-Daten, die mit den Änderungen der “Privacy”-Bestimmungen einhergehen, sind nur ein Schritt auf dem Weg zur ultimativen Suchmaschine. Auf die Frage, ob Google nun einen “spooky sniff test” über alle Produkte und Services hinweg durchführen werde und was die Aufgabe der Privatsphäre für einen Nutzer für Vorteile bringen soll, antwortete Mayer:

All along the way Googlers have been really good at calling each other out, not necessarily on the spooky factor, but asking, ‘Does this make sense? Given the amount of privacy or information a user has to give us in order for us to provide this service, is the service beneficial enough?

Die personalisierte Suche und die Verbesserung der Services ist somit auf Nutzerdaten und Feedback angewiesen, um für User relevant und nützlich zu sein. Da Nutzer durch einen sogenannten “Opt-Out” der Datensammlung widersprechen können, hat Google als ‘Gegenmaßnahme’ den derzeit nur in den USA verfügbaren Service Screenwise ins Leben gerufen, der User dafür bezahlt ihre Privatssphäre aufzugeben, damit Google während dem Surfen mit dem hauseigenen Browser Chrome weiter alle Daten sammeln darf. 

Seit Googles Co-Founder Larry Page 2011 Eric Schmidt als CEO ersetzte, hat es bei Google nicht nur viele sondern besonders nach außen hin deutliche Veränderungen gegeben. Mayer sagt hierzu:

Larry is very focused on product and on users, and I think that you can feel that. Having a CEO in a more product-oriented role ultimately makes everyone think about what they’re building and whether it is beautiful, it’s excellent, and it’s a seamless user experience.

Die Konzentration auf die Nutzer und die stetige Verbesserung der User Experience, um die Anforderungen der Anwender auch in Zukunft zu erfüllen, ist ein Dreh- und Angelpunkt in der zukünftigen Strategie von Google. Auch das Screenwise Programm in den USA spricht dafür. Nutzer sollen nicht “ausgespäht werden” sondern können sich freiwillig dazu bereit erklären an der Produktverbesserung mitzuwirken und davon ebenfalls persönlich zu profitieren.

Zwar gibt es aktuell noch hitzige Diskussionen, was die Änderungen der Privacy betrifft, und erneut wird die Unsicherheit der User durch Formulierungen wie “Datenkrake” oder “Datensammelwut” genährt. Man sollte sich allerdings daran erinnern, dass Google viele nützliche und vor allem kostenlose Dienste zur Verfügung stellt, die aus unserem alltäglichen Leben kaum noch wegzudenken sind beziehungsweise Google die Trends im Web durch seine Bemühungen wesentlich mit prägt und beeinflusst.

Die erneut aufkeimende Panikmache sollte daher auch als solche betrachtet werden. Entweder man nutzt kostenlose Services und mag die Vorteile, die eine Verknüpfung von Diensten mit sich bringt, oder man mag sie nicht und sollte solche Services folglich auch nicht verwenden. Dass Google auch weiterhin – wie auch Apple, Facebook & Co. – Nutzungsdaten verwenden wird, um seine Dienste zu verbessern, ist für einen kostenlosen Service mehr als selbstverständlich.

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