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Facebook-Börsengang: Zuckerberg legt Fakten auf den Tisch

admin
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Facebook hat seine Pläne für den bevorstehenden Sprung auf das Börsenparkett auf den Tisch gelegt und gleichzeitig einen Einblick in seine Bilanzen gewährt. Demnach lag der Umsatz im Jahr 2011 bei 3,71 Milliarden Dollar – ein Plus von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn der Social-Media-Plattform stieg im vergangenen Jahr um 75 Prozent und knackte erstmalig die Eine-Milliarde-Dollar-Marke. 2009 waren es noch 229 Millionen und 2010 belief sich der Gewinn bereits auf 606 Millionen Dollar.

Allerdings lässt sich Facebook noch nicht allzu tief in Karten schauen. Im Infoprospekt zum Börsengang klafft eine Lücke, die bis zum Börsengang noch nachgereicht werden soll: Weder die Anzahl der auszugebenden Aktien, noch der Preis für das einzelne Papier wurden bisher bekannt gegeben. Darüber hinaus gibt es noch keinen offiziellen Termin für den Börsenstart.

Ferner blieb uns Herr Zuckerberg die Information schuldig, von wie vielen seiner Anteile er sich tatsächlich trennen möchte. Das gesamte Management kommt laut eigenen Angaben auf Unternehmensanteile von 70 Prozent. Jedoch besitzen nicht alle Anteile die gleichen Stimmrechte. Während beim Börsengang nur A-Aktien an die Anleger mit nur einem Stimmrecht ausgegeben werden, behält Zuckerberg Aktien der Klasse B und damit auch weiterhin die Kontrolle über Facebook. Auch deshalb, weil sich der 27-jährige Zuckerberg 57 Prozent aller Stimmrechte gesichert hat. Bis zum Börsestart sollen noch alle offenen Fragen beantwortet werden, so das Unternehmen.

Der Facebook-Chef gab jedoch seine künftigen Gehaltsvorstellungen bekannt. Ab 2013 wolle er zugunsten des Börsengangs nur einen einzigen symbolischen Dollar als Jahresgehalt einstreichen. Bei aller Bescheidenheit, Herr Zuckerberg: Mit einem geschätzten Privatvermögen von 13 Milliarden Dollar macht sie dieser Ein-Dollar-Jobs nun wahrlich nicht zum Geringverdiener.

Die New York Times prognostiziert der Social-Media-Plattform indessen rosige Aussichten. Wenn es Facebook gelingt, das Datenvolumen seiner 800 Millionen Nutzer in Geld zu verwandeln, wäre das Zuckerberg-Imperium das wertvollste Unternehmen der Welt, so die Analyse der New York Times.

Zuckerberg betonte jedoch im Börsenantrag, dass Facebook nicht gegründet wurde um “Gewinne zu machen”. Er wolle “eine soziale Mission erfüllen, um die Welt offener und vernetzter zu machen”, so Zuckerberg. Allerdings stehen diese Aussagen im Kontrast zu den anhaltenden Vorwürfen, die Datenschützer gegen die Social-Media Plattform erheben. Den Heiligenschein des sozialen Wohltäters wird sich Zuckerberg sicher nicht ohne Kritik aufsetzen können.

Gleichzeitig warnen Börsenexperten vor zu großer Euphorie und erinnern an das Dotcom-Desaster Ende der neunziger Jahre. Damals strömten zahlreiche Internet-Unternehmen an die Börse – die überzogenen Prognosen erfüllten sich jedoch nicht und zahlreiche Anleger verbrannten sich an den Aktien die Finger. Das ist jedoch angesichts der gestern veröffentlichten Zahlen nicht zu erwarten.

Zahlen und Fakten über Facebook:

- 845 Millionen aktive Nutzer monatlich, ein Zuwachs von 39% pro Jahr

- 483 Millionen aktive Nutzer am Tag, ein Zuwachs von 48% pro Jahr

- 425 Millionen Zugriffe via Mobile-Devices im Monat

- 100 Milliarden Freundschafts-Verknüpfungen (Stand 31. Dezember 2011)

- 2.7 Milliarden “Likes” und Kommentare pro Tag im vergangenem Quartal 2011

- 1 Milliarde Dollar Gewinn im Jahr 2011

- 3.7 Milliarden Umsatz im Jahr 2011, ein Anstieg von 88% zwischen 2010 und 2011

- 65 Prozent Gewinnzuwachs in Höhe von 606 Millionen Dollar im Jahr 2010

- 12 Prozent aller Facebook Einnahmen kommen von Zynga

- Facebook übertraf 2011 die Gewinne von Amazon um das 1,6-fache

 

Via New York Times

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