Gebührenreform - Ebay will attraktiver werden

Gebührenreform - Ebay will attraktiver werden

Nachdem bereits die Webpage und die mobile App, sowie das Logo überarbeitet wurden, plant Ebay nun in den USA Veränderungen an seinem Gebührenmodell vorzunehmen, um die Preisgestaltung transparenter und einfacher für die Nutzer zu machen. Besonders für Kleinhändler lohnt sich die Reform, da die Gebühren künftig in enger Verbindung zur Größe des Anbieters sowie Art und Stückzahl der Ware stehen sollen. Ebay unterscheidet hierbei zwischen Gelegenheitsverkäufern (Consumer) und Unternehmen (Stores), die größere Mengen anbieten.

Für einen Consumer bedeutet die Umstrukturierung, dass er zukünftig bis zu 50 Artikel pro Monat zu einem Festpreis auf Ebay einstellen kann ohne hierfür eine Einstellungsgebühr an den Konzern zu zahlen. Jeder weitere angebotene Artikel wird mit 30 Cent berechnet. Kommt es zum tatsächlichen Verkauf der Ware, muss der Nutzer zehn Prozent Provision an Ebay zahlen. Die maximale Provision beträgt hierbei allerdings 250 Dollar. Stores hingegen müssen mit monatlichen Grundgebühren zwischen 19,95 Dollar und 199,95 Dollar rechnen. Die Anzahl der kostenlosen Listings beträgt 150 bis 2.500 Artikel. Top Seller erhalten weitere Rabatte.

 

Grund für die Umgestaltung der Gebühren dürfte, wie Bloomberg berichtet, die Konkurrenz durch andere Anbieter, insbesondere des Amazon Marketplace sein. Auf dem Ebay Ink Blog begründete Senior Director of Pricing Brian Hsu gegenüber Bloomberg den Schritt als Maßnahme, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Wie wichtig die Reform des Gebührenmodells ist, wird auch anhand einer Studie von Scot Wingo und ChannelAdvisor deutlich. Diese zeigte, dass Konsumenten die anfallenden Kosten auf Ebay oft deutlich höher einschätzten als es der Realität entspricht. Insbesondere im Vergleich mit Konkurrent Amazon Marketplace fiel Ebay somit in der Gunst der Kunden zurück.

Doch nicht alle profitieren von der geplanten Reform. So müssen einige Großanbieter, die in der Vergangenheit Extra-Rabatte beim Verkauf preislich hochwertiger Artikel erhalten haben, nun, da Ebay eine Provisionsgebühr von 10 Prozent festgelegt hat, möglicherweise mit höheren Gebühren rechnen. Somit bleibt es abzuwarten, ob dem Unternehmen gelingen wird wieder attraktiver für Anbieter zu werden. In jedem Fall dürfte der Vorstoß die Konkurrenz wieder beleben.

Zwar ist noch nicht klar, ob und wann die Änderungen auch in Deutschland in Kraft treten werden, doch sind auch zum Frühjahr dieses Jahres Neuerungen für gewerbliche Verkäufer geplant, wie Ebay in einer Pressemitteilung bekannt gab. So soll die Website übersichtlicher gestaltet werden und mit einem Blick erkennbar sein, ob Versandkosten anfallen oder ob ein Artikel noch am selben Tag versendet wird. Auch Rückgaben sollen besser strukturiert werden. 

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