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Virtuelle Währungsreform: Facebook macht Credits zur Pflicht

admin
#facebook credits

Facebooks hauseigene Währung, die Credits, kommt bislang nicht so richtig in die Puschen, doch das will das Netzwerk nun ändern. Man macht von seinem Hausrecht Gebrauch und vepflichtet Spiele-Entwickler dazu, die Facebook Credits in ihren Apps zu verwenden. Damit die betroffenen Developer Zeit haben, sich auf den Credit-Zwang einzustellen, gibt man ihnen noch fünf Monate Frist und Anreize: Am 01. Juli werden die Credits dann verbindlich. Im Entwickler Blog heißt es:

Starting July 1st, we will require all social game developers on the Facebook canvas platform to process payments through Facebook Credits. All developers keep 70% of the revenue from virtual goods transactions using Facebook Credits. Although we are not requiring developers to use Facebook Credits as their sole in-game currency, we are offering special incentives to those who do (see below for details).

Facebook begann erstmals im Frühjahr 2009 die Credits zu testen und legte rund ein Jahr später auf der f8 konkretere Pläne vor. Behutsam sollen die User Schritt für Schritt an die virtuelle Währung gewöhnt werden: Beispielsweise durch Payback. Angeblich verwendeten seitdem rund 150 Entwickler die Facebook Credits in über 350 Applikationen.

Doch nun scheint man bei Facebook einen Zahn zulegen zu wollen und schaltet ab Juli diesen Jahres einen Gang höher: Die Facebook Währung wird für Spiele-Entwickler verpflichtend. Um den Start so angenehm wie möglich zu machen und möglichst viele Developer noch vor dem Stichtag zum Mitmachen zu bewegen, schafft man Anreize. Wer für sein Spiel das Facebook-Geld nutzt, wird unter anderem auf dem Games Dashboard promoted und kann an zielgerichteteren Werbeprogrammen teilnehmen, berichtet Techcrunch. Erste Tests in Abstimmung mit führenden Anbietern von Social Games, wie Zynga oder Playfish, seien bereits erfolgreich gewesen.

Facebook rechtfertigt seine virtuelle Währungsreform mit hohem Nutzwertz für User und Entwickler. Seien die User erst an eine neue, einheitliche Währung im sozialen Netz gewöhnt, so würde auch das virtuelle Portemonnaie lockerer sitzen – bislang würde die Vielzahl bereitstehender Zahlungsmodalitäten eher verwirren und vor allen Dingen abschrecken. In letzter Konsequenz könnten also auch die Entwickler mehr Umsatz erzielen. Den strahlenden Dritten bei diesem Deal erwähnt man nur nebenbei, nämlich Facebook selbst. Das Netzwerk räumt sich eine Beteiligung der branchenüblichen 30 Prozent am Verkauf ein – ein Punkt, an dem sich verständlicherweise die Entwickler aktuell reiben.

Doch die Verbindlichkeit der Facebook Credits wird nur ein weiterer Schritt in der Strategie des Netzwerkes sein, eine netzumspannende Monetarisierung einzuführen. Techcrunch vermutet beispielsweise, dass man – ähnlich wie man es in Sachen Content durch den Like-Button geschafft hat – externen Webseiten anbieten könnte, eine “Pay with Facebook”-Option anzubieten. Dadurch würde der Facebook-Taler auch über die Grenzen des Netzwerkes hinausgetragen. Allerdings würde dies, wenn man weiterhin so behutsam mit der Gewöhnung an die Credits vorgeht, vermutlich noch wenigstens zwei Jahre dauern.

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