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Phone Story – Anti iPhone Spiel aus dem App Store verbannt

admin
#phone story

Die Produktion von Smartphones ist ein hartes Business, mit dessen ofmals menschenverachtenden Arbeitsbedingungen sich auch Apple in der Vergangenheit auseinandersetzen musste: Ende letzten Jahres begangen in den asiatischen Fabriken des iPhone-Zulieferers Foxconn mehrere Arbeiter Selbstmord, um auf ihre ausweglose Lage aufmerksam zu machen. Das Spiel Phone Story griff eben diese Missstände in den sogenannten Sweatshops bei der Herstellung von Smartphones auf, verschwand aber nur wenige Stunden nach Erscheinen wieder aus dem App Store. pte fand heraus:

Apple führt mehrere Gründe an, warum das Game entfernt wurde: Die Entwickler-Richtlinien seien insofern verletzt worden, weil Inhalte, die grausam und anstößig sind und zusätzlich den Missbrauch von Kindern zeigen, abzulehnen sind. Zudem dürfen Apps nicht dazu gebraucht werden, um Spenden zu sammeln. Pedercini hatte angekündigt, die Einnahmen des Spiels Organisationen zu spenden, die sich gegen Ausbeutung in diesem Sektor richten.

Phone Story wurde von Professor Paolo Pedercini von der Carnegie Mellon University entwickelt, um damit auf die sozioökonomischen Kosten aufmerksam zu machen, die bei der Herstellung von Smartphones anfallen. Und diese sind in ähnlicher Weise verstörend und brutal, wie Apple angeblich auch die Verbannung des Spiels aus iTunes zu rechtfertigen versucht. Eine Aufgabe in Phone Story sei es, Arbeiter daran zu hindern, Selbstmord zu begehen – ein makabrer Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Apple und die noch im Gedächtnis gebliebenen Missstände bei Zulieferer Foxconn von vergangenem November. Foxconn reagierte damals nicht minder makaber und installierte Sicherheitsnetze auf den Dächern seiner Fabrikhallen, anstatt die Arbeitsbedingungen zu ändern und auf die Forderungen der Arbeiter einzugehen.

Dennoch konnte das Spiel trotz seiner kurzen Verfügbarkeit eine Diskussion anstoßen, die sich zum Einen um das angeprangerte Kernproblem – die Arbeitsbedingungen in den Sweatshops – zum anderen aber auch um Marktzensur drehen. So fordert unter anderem der Unternehmensberater Bernd Höhne auf pte-Nachfrage, dass Apple und andere Hersteller ihre Produktionsbedingungen offenlegen müssen: “Die westliche Gesellschaft hat ihren Status erreicht, weil sie Ausbeutung durch politische Revolutionen ausgemerzt hat. Wenn Unternehmen weiter ausbeuten dürfen, unterminieren wir unsere eigene Lebensphilosophie.”

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