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Mohammed-Video und Islam-Verunglimpfung: Afghanistan blockiert YouTube

admin
#youtube

Gestern wurde in Afghanistan das Internet-Video-Portal YouTube gesperrt. Damit reagierte die afghanische Regierung auf Massenproteste in der islamischen Welt, die sich gegen ein YouTube-Video richten, in dem der Prophet Mohammed als Frauenheld und Kinderschänder dargestellt wird.

Zuvor haben wütende Demonstranten US-Botschaften in Kairo und Bengasi gestürmt, dabei wurden vier Botschaftsmitglieder getötet. Um ähnliche Ausschreitungen in Afghanistan zu verhindern, wurde YouTube geblockt und das Video entfernt.

Hierzulande kann man noch auf das geschmacklose Video zugreifen, das eine Vorschau auf dem Low-Budget-Film namens “Innocence of Muslims” sein soll. Darin agieren die Schauspieler vor einem Green Screen, der nachträglich durch eine Wüstenlandschaft ersetzt wurde.

 

Absichtliche Provokation?

Wie Khaama und Post-Gazette berichten, sind die Macher des Films “Innocence of Muslims” mittlerweile untergetaucht und fürchten um ihr Leben. Dabei müsste allen Beteiligten klar gewesen sein, dass eine derartige Verspottung des Propheten Mohammed eine Welle der Entrüstung und heftige Proteste in der islamischen Welt zur Folge hat.

Denn erst 2005 hat die niederländische Zeitung Jyllands-Posten mit einer Mohammed-Karikatur für eine Welle des Protestes gesorgt. Die Zeichnung, die Mohammed mit Bombenattentätern gleichsetzt, hat damals eine kontroverse Gesellschaftsdebatte über die Grenzen der Pressefreiheit ausgelöst.

Im Gegensatz dazu sind die Filmausschnitte aus “Innocence of Muslims” dermaßen provokant, dass sie von verschiedenen Politikern, wie dem deutschen Außenminister Guido Westerwelle, bereits verurteilt wurden.

Die virale Verbreitung des Videos über YouTube hat dafür gesorgt, dass sich Millionen Moslems auf der ganzen Welt ansehen konnten. Im Gegensatz zu den Mohammed-Karikaturen aus dem Jahr 2005, haben heutzutage mehr Menschen Zugang zum Internet und konnten sich deshalb innerhalb kürzester Zeit selbst ein Bild von den Verunglimpfungen machen und zu Demonstrationen verabreden.

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