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Mark Zuckerberg und das 1-Dollar-Gehalt – was wirklich dahinter steckt

Astrid Spier
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HP CEO Meg Whitman macht es, Arnold Schwarzenegger, Oracles Larry Ellison und Googles Larry Page machen es– und jetzt auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Sie alle arbeiten für ein symbolisches Gehalt von einem Dollar im Jahr. Doch warum verzichten erfolgreiche CEOs und Staatsmänner auf ein Jahresgehalt, das sich mindestens im sechsstelligen Bereich bewegen würde? 

Aufgekommen ist die Idee der Dollar-A-Year-Men während des ersten Weltkriegs, als Verantwortliche in Business und Politik den Staat unentgeltlich unterstützen wollten. Verfassungsrechtlich konnte der Staat keine Dienstleistungen auf freiwilliger Basis gestatten, sodass man sich schließlich darauf einigte, für einen symbolischen Lohn von nur einem Dollar zu arbeiten. Auch heute noch entscheiden sich CEOs und prominente Staatsdiener, wie etwa Mitt Romney, Yahoo!s Jerry Yang oder New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg als Ein-Dollar-Männer auf ein üppiges Gehalt zu verzichten. Erklären lässt sich dies heute allerdings weniger mit einer Verbundenheit zum Staat oder Unternehmen. Auch Bescheidenheit oder moralische Bedenken sind hier nicht die ausschlaggebenden Beweggründe. So strich Larry Ellison 2010/11 beispielsweise trotz eines Ein-Dollar-Gehalts Kompensationen in Höhe von 77 Millionen Dollar ein. Diese Kompensationen können Bonuszahlungen sein oder Firmenanteile in Aktien. Auch diese müssen in den USA versteuert werden, doch liegt der Satz häufig unter dem Einkommensteuersatz, da keine Kosten für die Sozialversicherung oder Gesundheitsvorsorge abgezogen werden.

Der eigentliche Sinn hinter diesen niedrigen Gehältern ist, dass man sich erhofft, mit den Auszahlung in Aktien das Wachstum der börsennotierten Unternehmen zu stärken. Wird ein CEO nämlich in Aktien bezahlt, hat auch er ein persönliches Interesse daran, den Aktienkurs  des Unternehmens hoch zu halten, da so auch sein indirektes Gehalt höher liegt. Befürworter des Systems betonen dabei einen direkten Zusammenhang zwischen der Leistung der Unternehmen und des CEOs und dessen Gehalt, Kritiker warnen hingegen, dass auf diese Weise lediglich der kurzfristige Profit und nicht die langfristige Ausrichtung des Unternehmens in den Vordergrund rücke.

Abgesehen von einigen Ausnahmen – vor allem bei Politikern wie Schwarzenegger, Bloomberg, oder vereinzelten Managern, die aus der Finanzkrise ihre Konsequenzen zogen – sind die Motive für eine Gehaltsentsagung also keinesfalls altruistisch.

Zwar mag Zuckerberg auf 599,999 Dollar Jahresgage inklusive Bonuszahlungen verzichten, doch wird dies letztendlich durch die 600 Millionen Facebook-Aktien, die er besitzt, kaum ins Gewicht fallen. Bereits vor einem Jahr stellte CNBC die Frage in den Raum: Wird Mark Zuckerberg jemals wieder Steuern bezahlen?

Denn hypothetisch hat der CEO nun sogar Anspruch auf Staatshilfen für Geringverdiener, auch wenn er diese sicherlich nicht nutzen wird. Durch geschicktes Geldmanagement und durch Anleihen bei Banken, könnte Zuckerberg das Zahlen von Steuern dabei in Zukunft vollständig vermeiden, da er sein Einkommen theoretisch nur durch Schulden bei Banken generieren könnte, das dadurch wiederum nicht Einkommensteuerpflichtig wäre. Liegt der Zinssatz unter dem Steuersatz würde dies ein gutes Geschäft für Zuckerberg bedeuten.

Doch neben all diesen Spekulationen muss auch darauf hingewiesen werden, dass Zuckerberg kein Dagobert Duck ist, der sein Geld hortet und niemandem auch nur einen Cent gönnt. 2010 unterzeichnete er beispielsweise zusammen mit Bill Gates und Warren Buffet einen Eid, in dem sie versprachen, die Hälfte ihres Vermögens an wohltätige Zwecke zu spenden. 

Über den Autor
Astrid Spier

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Astrid Spier arbeitet seit Juli 2012 als Redaktionsassistentin bei S&S Media. Im Mai 2011 hat sie ihren Master in Germanistik in den Vereinigten Staaten erhalten. Durch die enge Verbindung von Journalismus und Germanistik hat sie in den USA journalistische Erfahrungen sammeln können und Artikel zur interkulturellen Verständigung für den Blog der Universität geschrieben. Im März 2013 hat sie ihr Staatsexamen mit den Fächern Englisch und Deutsch in Mainz abgeschlossen.
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