Magazin für digitale Arbeit & Kultur
Design

LuciGreen: "Bewusster Konsum geht nicht ohne Kommunikation"

admin
#lucigreen

Das Konsumverhalten der Menschen hat sich im Laufe des letzten Jahrzehnts dahingehend radikal verändert, dass der Griff ins Regal bewussteren Kriterien unterliegt. In dieser Konsequenz sind Weingummis immer fettfrei, Brotaufstriche immer “light”, Schokolade immer fair gehandelt und sowieso ist alles “öko” und “nachhaltig”. Wir sprachen mit Markus Hering und Mirko Pucko über den ökologischen Shift im Konsumverhalten sowie ihre neue Live-Shopping Plattform LuciGreen, die mit Rabatten und Information zu einem nachhaltigeren Konsum anregen will.

CREATE OR DIE: Heutzutage scheint irgendwie alles “öko” und “nachhaltig” zu sein. Sind die Begriffe nicht mittlerweile vollkommen von der Werbung vereinnahmt?

Markus Hering: Ja, das ist so. Das sehen wir aber durchaus positiv, denn dadurch wird das Bewusstsein für verantwortungsvollen Konsum beim Verbraucher geweckt. Außerdem beschäftigen sich die Leute eingehender mit der Thematik, wenn sie öfter mit diesen Begriffen konfrontiert werden. Natürlich springen auch große Anbieter, die nicht wirklich ökologisch korrekt arbeiten, mit auf diesen Zug und verunsichern durch die Vielzahl von neu kreierten Siegeln den Konsumenten. Unserer Meinung nach wäre es am besten, Siegel von neutralen, zertifizierten Vergabestellen so zu stärken, dass die Verbraucher den Produkten wirklich blind vertrauen können.

CREATE OR DIE: Ihr verfolgt mit LuciGreen die Idee, ökologische Produkte zu fördern und zu einem nachhaltigeren Konsum anzuregen. Wie soll das gehen?

Mirko Pucko: Durch Verkaufsaktionen wollen wir Produkte und die dazugehörenden Anbieter näher vorstellen. Es werden jeweils im Wochenrhythmus Waren von verschiedenen Onlineshops rabattiert zum Verkauf angeboten. Vier Wochen im voraus sind die Onlineshops und die dazugehörigen Produkte schon auf unserer Seite einsehbar, und der User kann sich schon relativ früh über die nächsten Shops und Produkte informieren.

Markus Hering und Mirko Pucko von LuciGreen.
Markus Hering und Mirko Pucko von LuciGreen.

CREATE OR DIE: Aber Rabatte allein lassen den Fleisch-Fan auch nicht zur Möhre greifen…

Markus: Stimmt. Daher ist Kommunikation ein wichtiger Faktor für uns. Wir wollen den nachhaltigeren Konsum zum Beispiel mit weiterführenden Infos, Blog-Posts und Nachrichten zu unseren Partnern anregen. Angefangen haben wir damit bereits lange vor dem Start der eigentlichen Seite: Auf Utopia haben wir eine geeignete Plattform gefunden, einen Blog zu dem Thema zu betreiben. Die Community dort ist sehr aktiv. Auch die anderen sozialen Kanäle lassen wir natürlich nicht außer Acht: Über Facebook und Twitter bieten wir Links zu verschiedenen Quellen, die das Thema berühren.

Mirko: Insgesamt wollen wir zeigen, dass der Konsum von gut hergestellten Lebensmitteln und anderen Waren, wie Mode, Spielzeug, usw. nichts Biederes an sich hat. Im Gegenteil: Eigentlich ist es viel cooler, ein Shirt von Armedangels zu tragen, als von einem der vielen konventionellen Anbieter. Dadurch tut man nicht nur indirekt Gutes, sondern bringt auch seine Individualität besser zum Ausdruck. Aber ohne Kommunikation, auch in den sozialen Kanälen, kann man so ein Bewusstsein kaum wecken.

CREATE OR DIE: Was unterscheidet LuciGreen von ähnlichen Diensten, allen voran vermutlich Groupon oder DailyDeal?

Markus: LuciGreen steht ausschließlich für nachhaltige und ökoloische Produkte. Wir wollen die Angebote nicht verramschen und zu Tiefstpreisen anbieten. Unserer Ansicht nach ist es nicht möglich, gut hergestellte Produkte zu Tiefstpreisen anzubieten, da in der Folge die Produktionsprozesse darunter leiden würden. Jüngstes Beispiel ist sicherlich der Wiesenhofskandal.

Mirko: LuciGreen wird sich darüber hinaus auch sozial engagieren. Wir wollen einen Anteil unserer Verkaufsaktionen dafür aufwenden, in einem zweimonatigen Rhythmus an Kinderheime in Deutschland zu spenden.

CREATE OR DIE: Was war euch bei der Gestaltung der Webseite besonders wichtig? Gibt es spezifische Kriterien im Webdesign, wenn man sich die “Nachhaltigkeit” zum Thema macht?

Mirko: Eigentlich nicht. Wir haben keine Bäume oder Blätter zur Deko der Seite verwendet oder nur grüne Farben genutzt, um die Seite zu gestalten. Ganz im Gegenteil, wir sind hingegangen und haben versucht, unsere Vorstellung eines jungen und modernen Designs umzusetzen. Es ist auch dahingehend kein typisches Design für eine Aktionsplattform, sondern ein sehr individuelles. Wir hoffen natürlich, dass wir an der Stelle richtig gehandelt haben und uns nicht an die konventionellen Formen und Designs angelehnt haben.

CREATE OR DIE: Ihr startet am 03. Oktober mit LuciGreen im Web. Ist für die Zukunft auch eine mobile Applikation geplant?

Mirko: Ja, am 03.10. geht es los! Unsere erste Aktion wird ein Angebot der Firma Caleb´s Hill sein, die sich sozial in bedürftigen Ländern engagiert. Jedes gekaufte Produkt wird Eins zu Eins in verschiedenen Spendenaktionen weitergegeben.

Markus: Und ja, eine mobile App darf in Zukunft selbstverständlich auch nicht fehlen. Allerdings wollen wir erst einmal sehen, wie der Service im Web von den Usern aufgenommen wird und welches Feedback wir bekommen.

CREATE OR DIE: Wir sind gespannt und danken für das Gespräch.

Das Gespräch führte Jürgen Telkmann.

Über den Autor
Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>