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iOS 6 Maps von Apple – nicht so verloren wie man denkt

admin
#apple maps

Apple muss derzeit heftige Kritik für die fehlerhaften iOS 6 Maps einstecken. So gibt es eine Parodie, die als Grund für die teils hanebüchenen Kartenpatzer Parallel-Universen anführt, welche angeblich durch den schnellen A6-Chip des iPhone 5 zum Vorschein kommen. Darüber hinaus wurde ein tumblr-Blog ins Leben gerufen, der die ulkigsten Fehler der Apple Maps sammelt. Motorola Mobility ging nun in einer Anti-Apple-Kampagne mit folgendem Tweet etwas tiefer unter die Gürtellinie und wirbt dabei gleichzeitig für die eigene Marke.

Dem Kunde wird also suggeriert: “Kauf dir das neue Motorola Droid und nutze die zuverlässigen Google Maps. Sei nicht verloren mit Apple in Brooklyn.” Das erstaunliche daran: Motorola hat sogar Recht, denn gibt man die Adresse aus dem Tweet bei Apple Maps ein, landet man irgendwo im Nirgendwo.

iLost in Brooklyn
iLost in Brooklyn

Die Google Maps zeigen via Safari das folgende, akkurat wirkende Ergebnis:

Google Maps findet alles
Google Maps findet alles

Wie appleinsider hingegen eine knappe Woche später mit der Hilfe des Twitter-Nutzers AMD Pettitte (@90sRememberer) herausfand, war das Ganze nur ein billiger Trick, denn diese Adresse ist keine gültige für Manhattan. Motorola verweist nämlich auf einen öffentlichen Park in dem New Yorker Stadtteil. Gibt man eine andere, gültige Adresse aus Manhattan ein, ist Apples Kartendienst sehr wohl in der Lage, diese auch zu finden.

Warum starten Google und Motorola also solche Kampagnen, die dem Konkurrenten Apple auf unredliche Art und Weise schaden sollen? Harter Konkurrenzkampf treibt eben manchmal auch unredliche Blüten, denn in einem Konflikt ohne Bandagen geht es ja bekanntlich härter zu.

Betrachtet man die Apple Maps abseits des ganzen Bashing zur Abwechslung mal nüchtern und sieht über die zugegebenermaßen vielen kleinen Bugs hinweg, hat der neue Kartendienst durchaus Potenzial. Die dreidimensionale Flyover-Funktion in der Satelliten-Ansicht ist beispielsweise auf iOS-Geräten deutlich besser als die zweidimensionale Standard-Satelliten-Ansicht, die zuvor die native Google Maps App geboten hatte. Die plastischen Gebäudeansichten, die sich dem Betrachter in München und Berlin auftun, sehen echt klasse aus. Bleibt zu hoffen, dass Apple möglichst schnell mehr Städte und Gegenden in dieser Qualität einbindet. Denn der dreidimensionale Flyover über den Kölner Dom oder den Hamburger Michel wirkt nicht annähernd so beeindruckend.

Auch wer Google Street View nachweint, kann sich freuen: So gibt es für iOS 6 die Streetviewer App, die auf Googles Street-View-Material zugreift. Für Safari soll die Street-View-Funktion unter maps.google.com in wenigen Wochen nachgerüstet werden. Die ebenfalls oft kritisierte Apple-Routenführung hat in unseren und anderen Tests immer ihren Dienst getan.

Zukünftig wird man unter iOS 6 also von beiden Anbietern und deren Funktionalitäten profitieren. Nicht außer Acht zu lassen ist dabei die Tatsache, dass Apple mit der Zeit Updates und neue Funktionen zu seinem Kartendienst hinzufügen wird. Die einfache Bedienung und die schnelle Ladezeit der 3D-Flyover-Funktion – siehe Video – sprechen auf jeden Fall für sich und zeigen das Potenzial, das in den verschmähten Apple-Karten steckt.

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