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iOS 6: Apple Maps zeigen deutliche Schwächen

André Mengel
#apple maps

Seit gestern ist Apples Software Update iOS 6 verfügbar. Besitzer kompatibler iOS-Geräte können sich somit schon vor dem offiziellen Verkaufsstart des iPhone 5 mit den zahlreichen neuen Features vertraut machen.

Eine bedeutende Neuerung stellen die Apple Maps dar, die den Google-Kartendienst nach fünfjähriger Zusammenarbeit vom iPhone verbannen. Features wie die Flyover-Funktion in 3D und das integrierte Navigationsprogramm, mit denen Apple nun aufwartet, können sich jedoch sehen lassen. Praktisch ist vor allem, dass nun auch Sprachassistentin Siri die Berechtigung hat, Karten- und Ortungsdienste zu nutzen. Bekam man doch unter iOS 5 hierzulande immer die Meldung, dass Location Services aller Art nicht möglich seien.

So ansehnlich die Apple-Karten auch sind, einige User sind so gar nicht damit zufrieden und wünschen sich die guten alten Google Maps zurück. Wir haben uns die Beschwerdeliste unserer Experten zu Herzen genommen, diverse Blogs nach bösen Kommentaren durchforstet und nachgeschaut, ob die Apple-Karten tatsächlich noch die ein oder andere Kinderkrankheit haben.

Sofort aufgefallen sind uns die fehlenden U-Bahn-Stationen in Apples Kartendienst: Vor allem in größeren Städten wie München, Hamburg oder Berlin sollten öffentliche Verkehrsmittel gekennzeichnet sein, um Touristen und Pendlern das Leben leichter zu machen.

Auch in puncto Details kann Apple noch nicht mit den Google-Karten mithalten: Nachfolgend seht Ihr einen Direktvergleich:

Nur noch über den Browser aufrufbar: die detaillierten Google Maps.
Nur noch über den Browser aufrufbar: die detaillierten Google Maps.
Apple Maps: Schöne Farben, aber noch zu wenige Details.
Apple Maps: Schöne Farben, aber noch zu wenige Details.

Wie die Screenshots zeigen, bietet Google weitaus mehr Informationen zu den Gebäuden und den umliegenden POIs.

Die Flyover-Funktion von Apple ist zwar sehr schön und sticht durch die einfache Bedienung sowie Nutzerfreundlichkeit heraus, allerdings hat die 3D-Ansicht noch ein paar Probleme:

So hat beispielsweise ein amerikanischer User über das Foto-Sharing-Network imgur ein Bild einer verzerrten Autobahn verteilt, die schon sehr abenteuerlich aussieht.

Auch im Rundflug über Cupertino erstrahlt die Umgebung nicht wie in den aufwendig bearbeiteten Apple-Werbespots, sondern eher wie ein postapokalyptisches Szenario: Bäume wirken wie Berge, Häuser wie die Unterschlüpfe der Rebellen und die Fahrzeuge sehen aus wie rostige Blecheimer, die ihre beste Zeit längst hinter sich haben.

Cupertino im Flyover-Modus.
Cupertino im Flyover-Modus.

Aufgrund der vielen kleinen Schönheitsfehler, die die Apple-Karten derzeit noch haben, ist der mittlerweile gesperrte Twitter-Account @fake_iOS6maps schnell populär geworden. Zuletzt hatte er knapp 2.000 Follower. Trotz der vielen Anti-Fans, die sich zusammengeschlossen haben, muss natürlich gesagt sein, dass Apple im Laufe der Zeit seinen Kartendienst stetig verbessern wird – das nächste Update kommt vielleicht schon schneller als man denkt. Bis es soweit ist, kann man ja gern über die teilweise urkomischen Macken der Apple Maps lachen. Ein Tumblr sammelt die auffälligsten Fails des neuen Kartendienstes.

Über den Autor
André Mengel

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André Mengel ist seit Ende 2011 Redakteur bei Software & Support Media. Sein Fachgebiet ist die Apple-Welt rund um iOS und Jailbreaking. Vor seiner Zeit als Online-Redakteur hat er Anglistik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bayreuth studiert.
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