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Internetsucht: männlich, ledig, arbeitslos

admin
#Internetsucht

Aus einer neuen Studie im Auftrag der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Mechthild Dyckmanns geht hervor, dass ledige, arbeitslose Männer doppelt so häufig von Internet- und Mediensucht betroffen sind wie Frauen. Insgesamt gelten der Studie zufolge 560.000 Menschen zwischen 14 und 64 Jahren in Deutschland als internetsüchtig.

Weitere Faktoren, die möglicherweise die Gefahr der Internetsucht erhöhen, sind geringe Bildung und Migrationshintergründe. Dabei fällt Arbeitslosigkeit bei jungen Männern unter 24 stärker ins Gewicht; bei Männern über 25 hingegen ist vermehrt ein Migrationshintergrund festzustellen. Der Internetkonsum bezieht sich vor allem auf die sozialen Netzwerke und auf Onlinespiele.

Eine Internetsucht äußert sich meistens in den Symptomen eines Kontrollverlustes über die Dauer des Internetkonsums und sozialen Störungen im engsten Bezugskreis, wie etwa einer Vernachlässigung des Freundeskreis oder der Familie. Zudem kann es zu Nervosität, Reizbarkeit und Depressionen kommen.

Der Begriff Internetsucht ist bisher allerdings umstritten und wird von der Weltgesundheitsorganisation nicht als Verhaltenssucht anerkannt. Psychologen lehnen eine Diagnose der Internetsucht als eigenes Krankheitsbild ab, da es sich aus ihrer Sicht hierbei um die Folge anderer psychischer Erkrankungen handelt. So weisen Menschen mit pathologischem Internetgebrauch auch andere psychische Erkrankungen, sogenannte komorbide Störungen auf. Diese umfassen Depressionen, affektive Störungen und ADHS, aber auch Alkohol- und Nikotinsucht. In Hinblick auf die besonders gefährdeten Gruppen (arbeitslose ledige Männer mit Migrationshintergrund) scheint dies nachvollziehbar, doch sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, Internetsucht allein mit der unteren sozialen Schicht in Verbindung zu bringen, da es sich hierbei um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt.

Ausführlichere Informationen zu den Studien und auch zu Behandlungsmöglichkeiten findet Ihr im Internet, zum Beispiel bei der Computersuchhilfe Hamburg.

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