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Design

Impressionen von der MIX10

admin
#MIX10

Heute sowie auch in den nächsten Tagen werde ich euch von den Erlebnissen und Beobachtungen auf der MIX 2010 in Las Vegas berichten. Der Ort des Geschehens befindet sich am Ende des Strips und ist das Veranstaltungszentrum Mandalay Bay. Ein goldener Tower mit leicht asiatisch angehauchtem Style. Sehr neu, sehr modern, sehr schick.

Alles neu macht Silverlight 4

Die Veranstaltung beginnt mit der Keynote – gehalten von keinem geringeren als Scott Guthrie. Silverlight 4 kommt mit einem großen erweiteten Feature-Umfang. Es gibt bessere Tools für bessere Applikationen. Für die Besitzer der 3er Version, wird die 4er kostenlos sein. Silverlight wird das Umgebungstool für Windows Phone sein. Damit können die Killerapplikationen erstellt werden,auf die Microsoft jetzt seitens der Entwickler hofft. Es ist nichts Abgespecktes, sondern Silverlight pur mit voller Multitouch-Integration. Der Emulator kann ohne Geräte für die Entwicklung genutzt werden. Expression Blend 4 mit Silverlight 4 ist ab JETZT als Beta verfügbar.

Dann hören wir von eBay, dass sie Silverlight einsetzen, um die Shopping-User-Experience zu erhöhen. Es geht um bessere Darstellung, Webcam-Integration, Outoff-Browser-Applikationen. Der Realisationspartner Cynergy gewährt einen Einblick in das Entstehen der Applikation.

Weniger ist mehr ist Windows Phone 7

Joe Belfiore beginnt seinen Vortrag über Windows Phone 7 Series, welches komplett Silverlight-basiert ist. Das User Interface Design besticht durch Einfachheit und Klarheit. Aufgebaut ist alles in Tiles, die sich dynamisch anpassen. Nichts ist mehr glossy oder chromy, sondern nun ist alles flach und reduziert, typografisch und sortiert. Der Farbklang ist geprägt von Schwarz, Weiß, Grau und Azur-Blau. Die Animationen beschränken sich ebenfalls auf das Wesentliche. Dieses Design basiert auf der Erkenntnis, dass die User wenige Schritte und klare Darstellungen wollen.Wichtig ist zudem die Verbindung zwischen Kontakten, Services und Tasks. Alles wird verbunden und auf den Punkt gebracht. Und durch Zone steht neuer Look auch für den PC und andere Devices zur Verfügung.

Dann werden noch einige schicke Silverlight-Applikationen für Windows Mobile 7 vorgestellt. Coole Newsreader mit schickem Design und guter Medienintegration sowie Community-Features. Eine sehr schöne Diary-Applikation, die nicht nur durch animiertes Blättern wie ein Tagebuch wirkt. Wie man so hört, gibt es keine harten Restriktionen für Apps und Hubs (so heißen die großen Applikationen). Der Fokus wird ausschließlich auf Erlebnisqualität für den User gelegt. Neben kleinen Photobooks und Editoren ist für mich der krasseste Faktor, wie sich Games auf diesen Geräten verhalten. Es wurden nahezu vollwertige Xbox-Games auf den Smartphones zum Laufen gebracht – in vollem 3-D und erstaunlich hoher Qualität.

Das Design rückt den User in den Mittelpunkt

Bei Joe Belfiore geht es zudem um Design und User Experience, aber auch um Handware und Way to Market. Aus einer Bedürfnisanalyse haben sich die beiden Musteruser “Anna” and “Miles” herauskristallisiert. Die Nutzungsszenarien sind auf die beiden definiert worden, um ein Design zu entwickeln, das auf den Endverbraucher abgestimmt ist. Es ist eine neue Sichtweise, eine neue Philosophie, mit der man den User erreichen will. Der “normale” User ist in den Fokus gerückt. Das neue Design bzw. die neue User Experience heißt Metro und ist angelehnt an urbane Bildsprachen und saubere Optiken sowie starke Typografie. Das Metro-Motto “Designed für Live in Motion” findet sich in den Animationen auf der Bühne wieder: Stark, aber sachlich.

Das Handy wird zur Datenzentrale

Höchste Begeisterung verspüre ich, als ich sehe, wie wunderbar sich externe Applikationen in Windows Mobile einbetten lassen. Bing integriert sich ebenso nahtlos in entsprechende Apps wie Excel in Windows Mobile. Die User Experience ist absolut konsistent, egal in welcher Applikation ich mich bewege. Der Musikplayer verhält sich wie die Kontakte, wie Office, wie Bing, wie Bildbearbeitung… An jeder dieser schicken Apps hängen viele Funktionen, die das Arbeiten erleichtern.

Zur Windows Serie gibt es als Co-Experience “Zune” für den PC. Der Gedanke, dass nicht mehr mein PC, sondern mein Handy das primäre Arbeitsmedium werden könnte, drängt sich mir auf. Das Handy wird als “Datenzentrale” genutzt, z.B. für großformatige Fotos und Musik. Auch in dieser Session treibt mir der Switch in das Xbox Game einen echten Schauer über den Rücken. Hatte ich eigentlich gesagt, dass Multitouch bei Window Mobile 7 sowieso von Hause aus geht? Nicht?

Ich hätte in der zweiten Session auf den Namen des Speakers achten sollen. In schlimmem Deutsch-Englisch präsentiert er seinen Workshop, wie man in Blend 4 eine Silverlight App erstellt. So weit so gut – so far so good. Der geneigte Zuhörer lernt das Erstellen einer Mobile Application in ein paar einfachen Schritten. Man bekommt ein paar Mock-ups zu sehen, Animationen – wirklich Neues vermisst man jedoch schmerzlich. Bin ich dafür etwa um die halbe Welt gereist?

Einige Vorträge zu dem Thema habe ich bereits gehört. Irgendwie ist es immer dasselbe. Entweder wird einem “alles super easy” präsentiert und bleibt bei der Vermittlung des Basis-Know-hows, oder es werden einfache Zusammenhänge viel zu kompliziert erklärt. Beides ist doof und bringt nichts.

Im nächsten Part verkauft der Speaker dem geneigten Zuhören auch noch Stoff aus Blend 3 als Blend-4-Stoff. Dann kommen die ollen Kamellen vom SketchFlow und FluidAnimatione und mir reicht es. Ich bin peinlich berührt. Sorry! Bei mir bleibt der “WOW-Effekt” aus und ich gehe…

Peggy Reuter ist selbstständige GUI-Designerin für WPF, Silverlight und .NET.

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