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Im Auge des Shitstorms: Piratin verschluckt sich am Urheberrecht

admin
#Urhenerrecht

Alles hätte so schön sein können für die Piraten-Politikerin Julia Schramm: Ihr neues Buch “Klick mich”, in dem sie von ihren Erlebnissen als digital Native erzählt, wurde Anfang der Woche veröffentlicht. Doch plötzlich tauchten im Internet Kopien ihres Werks bei Dropbox auf. Viele User zogen es vor, das Buch illegal herunterzuladen, als rund 17 Euro für den Schmöker zu bezahlen.

Der Knaus Verlag, in dem das Buch erschienen ist, reagierte umgehend und ließ die Daten von den entsprechenden Dropbox-Servern löschen. Nun regt sich heftiger Widerstand im Internet, denn die Piratenpartei setzt sich laut eigener Aussage für einen freien Zugang zu Wissen und Kultur ein, weil dieser für die Entwicklung für die Gesellschaft entscheidend sei.
Wissen und Kultur aus rein wirtschaftlichen Überlegungen einzuschränken, sei gesellschaftlich untragbar. So heißt es auf der Seite der Piratenpartei wörtlich:

Mit der Entwicklung immer neuer Technologien (vom Buchdruck zu Ton- und Videoaufnahme bis schließlich hin zur Digitalisierung und des Internets) wird die Verbreitung von Informationen fortwährend erleichtert. Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, die gefördert und nicht durch Gesetze verhindert werden darf.

Scheinen die eigenen Regeln beim eigenen Buch nicht zu gelten, oder hat Frau Schramm einfach nur während dem schreiben festgestellt, was unzähligen Autoren schon längst klar war: Ein Buch zu schreiben ist harte Arbeit und will deshalb auch anständig entlohnt werden.

Sonst hätte Frau Schramm auch sicher keine Hemmungen davor gehabt, ihr Werk einfach auf ihrem Blog JuliaSchramm.de zum freien Download zur Verfügung zu stellen.

Nun musste aber die Piratin von ihrer eigenen Medizin kosten und diese dürfte ihr bitter aufgestoßen sein. Denn im Internet formierte sich ein Shitstorm gegen Julia Schramm. So haben unzählige User unter #klickmich böse Kommentare getwittert. So twitterte ein User zum Beispiel:

Freies kopieren für alle, dafür stand ,JuliaSchramm einmal. Doch mit ihrem Buch #KlickMich ist das vorbei.

Wie Theeuropean berichtet, soll die Politikerin bereits einen Vorschuss von 100.000 Euro vom Verlag erhalten haben. Die Glaubwürdigkeit von Frau Schramm ist dahin und der Titel Piratin, steht ihr mit diesem Urheberrechtsfall auch nicht mehr so gut zu Gesicht.

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