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Google zeigt umstrittenes Street View auf der CeBIT

admin
#googlestreet view

Der Suchmaschinen-Riese Google kommt zum ersten Mal auf die CeBIT. Das Unternehmen soll sich kurzfristig für eine Teilnahme ans der Messe entscheiden haben, um dort Street View zu präsentieren, auf einem 100 Quadartmeter großen Stand in der Webciety-Halle, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung. In Deutschland ist Street View bei Datenschützern allerdings nicht unumstritten.

Google Street View kombiniert Google Maps mit Bildern der zugehörigen Topografie. Dazu schickt Google Fahrzeuge mit speziellen Kameras durch Straßen und Gassen, um ganze Städte abzulichten. Dieses Jahr soll das Projekt in Deutschland starten.
Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger steht Street View kritisch gegenüber. Sie bemängelt die fehlende Transparenz und stuft den beim Umgang mit den Daten als “rechtlich unbedingt prüfenswert” ein. Auch der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat auf Spiegel Online Bedenken gegenüber Street View geäußert. Google schickte deshalb jüngst eine Delegation nach Berlin, um dort sein Projekt vor Politikern in Schutz zu nehmen. Dazu hat man eigens ein Gutachten (PDF) beim Institut für Rechtsinformatik der Universität Hannover in Auftrag gegeben.

Nikolaus Forgó, Professor der Leibniz Universität in Hannover, kommt darin zu dem Schluss: Von Google Street View gehen keine datenschutzrechtlichen Bedenken aus. Die von Google fotografierten Häuserfronten hält er für Daten, die ohnehin öffentlich zugänglich seien. Zumal sich Street View ganz auf Landschaften und Gebäude konzentrieren würde, nicht auf Personen. Zudem würde die Suchmaschine anbieten, Häuserfassaden, Personen oder Kfz-Kennzeichen auf Wunsch unkenntlich zu machen.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner will Google mit seinen Plänen dagegen nicht so leicht davonkommen lassen. Sie forderte im Stern, dass Google alle Wünsche betroffener Personen beachtet, bevor der Dienst online geht. “Die betroffenen Gebäude dürfen nicht erkennbar sein, Hausnummern, Gesichter und Autos müssen vollständig unkenntlich gemacht werden – eine vage Verpixelung reicht nicht aus.” Auch in Punkto Transparenz fordert sie einiges von Google: die Offenlegeung der Datenspeicherung.

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