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Fauler Apfel: Apple verwirrt Konsumenten mit Zusatzgarantie

André Mengel
#applecare

Apple wirbt seit je her mit dem zusätzlichen, kostenpflichtigen AppleCare Protection Plan für alle seine Produkte. Kostenfrei haben die Konsumenten laut der Apple Website eine einjährige Hardwaregarantie und bis zu 90 Tage Telefonsupport nach Kauf eines ihrer Produkte. Bestellt man sich also das iPhone 5 mit AppleCare, wird die Garantie für 69 Euro um ein weiteres Jahr verlängert. Diese zusätzliche Garantieleistung umfasst unter anderem:

  • direkten Kontakt zu Apple-Experten bei Problemen,
  • einen Expressaustauschservice,
  • sowie Hardware- und Softwareunterstützung.

Die kostenfreie, einjährige Herstellergarantie ist eine Gewährleistung dafür, dass Produkte der Marke Apple “frei von Material- und Herstellungsfehlern” sind. Sollte das nicht der Fall sein, wird das Gerät von Apple ausgetauscht oder instandgesetzt. Als wichtigen Hinweis (im Kleingedruckten) gibt Apple an, dass sowohl die einjährige Herstellergarantie als auch der AppleCare Protection Plan “zusätzlich zu den durch Verbraucherschutzgesetze gewährten Rechten” gelten.

Da laut EU-Recht eine zweijährige Gewährleistung seitens der Hersteller gegeben sein muss, ist nun fraglich, warum man überhaupt zusätzlich Geld für das zweite Gewährleistungsjahr ausgeben sollte. Auch Apple verlinkt bezüglich des EU-Rechts auf eine Seite mit dem Titel “Apple Produkte und gesetzliche Gewährleistung in der EU”. Dort findet sich eine Tabelle, die die drei unterschiedlichen Gewährleistungsmodelle (EU Verbraucherrechte, Apple One-Year Limited Warranty und AppleCare Protection Plan) gegenüberstellt.

Zum Vergrößern hier klicken.  Bildquelle: apple.com/de/legal/statutory-warranty/
Zum Vergrößern hier klicken. Bildquelle: apple.com/de/legal/statutory-warranty/

Auch wenn sich, wie in der Tabelle zu sehen, viele Vorteile gegenüber der EU-Garantie abzeichnen, sind die verschiedenen Bestimmungen für die Verbraucher sehr verwirrend. Und zwar so sehr, dass die EU-Kommission, wie 20min.ch berichtet, den Cupertinern die bewusste Kundentäuschung vorwirft. Demnach werbe Apple überwiegend für die eigene kostenpflichtige Garantie, lässt die Verbraucher hingegen, wenn es um’s EU-Recht geht, bewusst im Dunkeln tappen. Italien hat deshalb bereits im vergangenen Dezember eine Geldstrafe in Höhe von 900.000 Euro gegen den Computerkonzern verhängt.

Unser Fazit:

Der AppleCare Protection Plan macht unserer Meinung nach für unerfahrene Apple-Nutzer durchaus Sinn. Vor allem der Telefon-Support und die Hilfe bei Problemen mit Software und Hardware ist eine Dienstleistung, die natürlich bezahlt werden muss. Allerdings gehen die EU-Garantieregelungen de facto unter: Ohne längere Recherche ist nämlich nicht vollkommen klar, welche Rechte in welchen eintretenden Fällen man als Käufer tatsächlich hat. Apple sollte die Garantieleistungen transparenter machen und die geltenden Verbraucherrechte der EU deutlicher kommunizieren.

Über den Autor
André Mengel

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André Mengel ist seit Ende 2011 Redakteur bei Software & Support Media. Sein Fachgebiet ist die Apple-Welt rund um iOS und Jailbreaking. Vor seiner Zeit als Online-Redakteur hat er Anglistik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bayreuth studiert.
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