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BigBrotherAwards 2011 für Apple und Facebook

admin
#big brother award 2011

Am vergangenen Freitag wurden in Bielefeld ein weiteres Mal die BigBrotherAward verliehen, der internationale Negativpreis für “Firmen, Organisationen und Personen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen”. In diesem Jahr gingen zwei BigBrotherAward in der Kategorie “Kommunikation” jeweils an Apple und Facebook – dass soziale Netzwerk konnte darüber hinaus auch den Publikumspreis für sich entscheiden. Zur Begründung heißt es:

Facebook, das nette “soziale” Netzwerk, lässt George Orwells “Big Brother” blass vor Neid werden. Hier wächst eine “Gated Community” globalen Ausmaßes heran. Eine abgeschlossene Gesellschaft, in der ein Konzern die Regeln macht. Eine Datenkrake mit unendlichem Appetit – und die Leute begeben sich freiwillig in ihre Fangarme und füttern sie.
Die Fakten: Facebook sammelt alles an Daten, was sie bekommen können. Nicht nur Name, Adresse, Profilbild, Telefon, Handynummer, Fotos, Texte, Statusupdates, Aufenthaltsort, Nachrichten an Freunde, besuchte Webseiten und und und…

Der Apple GmbH München wurde der Award dagegen “für die Geiselnahme ihrer Kunden mittels teurer Hardware und darauf folgende Erpressung, den firmeneigenen zweifelhaften Datenschutzbedingungen zuzustimmen” zugesprochen. Man interpretierte die Firmenstrategie des iPhone- und iPad-Herstellers, in ähnlicher Weise, wie soziale Netzwerke es tun, möglichst viele Daten der Nutzer zu erfassen. Neben der Kategorie “Kommunikation” wurden in fünf weiteren Bereichen BigBrotherAwards vergeben.

  • Arbeitswelt (1): der Deutsche Zoll: “Dieser lässt sich vom russischen Staat instrumentalisieren, indem er von deutschen Unternehmen verlangt, ihre Beschäftigten mit russischen Antiterrorlisten abzugleichen.”
  • Behörden und Verwaltung: Prof. Dr. Prof. Dr. Gert G. Wagner, Vorsitzender der Zensuskommission (stellvertretend): “für die als “Zensus2011″ bezeichnete Vollerfassung der Bevölkerung Deutschlands”
  • Technik: die Modemarke Peuterey, vertreten durch die Düsseldorfer Modeagentur Torsten Müller: “weil sie Kleidung mit verdeckt integriertem RFID-Chip in Verkehr bringt, der berührungslos auslesbar ist, ohne dass die Kunden das bemerken. “
  • Verbraucherschutz: Verlag für Wissen und Innovation in Starnberg: “für das Sammeln von Adressen als Gegenleistung für Büchergutscheine”
  • Arbeitswelt (2): Daimler AG, Stuttgart (stellvertretend): “für die Praxis, flächendeckend Bluttests von ihren Produktionsmitarbeitern zu fordern.”
  • Politik: der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU): “für den ersten nachgewiesenen polizeilichen Einsatz einer Mini-Überwachungsdrohne bei politischen Versammlungen”
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