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Apple ist wertvoller, aber Microsoft stark und nicht allein

admin
#steve ballmer

Steve Ballmer gibt sich kämpferisch. Gerade hat Apple Microsoft im Börsenwert überholt, da meldet sich der Konzern-Chef selbstsicher zu Wort: “It is a long game. We have good competitors but we too are very good competitors. I will make more profit and certainly there is no technology company on the planet that is as profitable as we are,” so Ballmer gegenüber AFP. Verstörend wirkt das “I” in der Kampfansage, aber das ist wohl ein anderes Thema.

Ballmer hat auch allen Grund sich zufrieden zu zeigen, “I am still pleased that 94 times out of a 100 somebody picks a Windows PC”. Windows 7 wird am Markt gut angenommen und gleiches soll auch für Windows Phone 7 gelten. 30 Millionen Devices will Microsoft Ende 2011 in den Händen von Endkunden sehen, berichtet Engadget. Ein ehrgeiziges Ziel, bedenkt man, dass die ersten Geräte erst Ende 2010 erhältlich sein sollen.

In die Hände spielen könnte Microsoft allerdings der Umstand, dass Apple es sich mit Adobe und der Flash-Gemeinde gerade kräftig verdirbt. Denn so selbstverständlich wie sich Steve Jobs das vorstellt, sind nicht alle Unternehmen bereit, auf Flash zu verzichten. Laut einem Bericht der New York Post haben NBC Universal, Time Warner sowie zahlreiche anderen Medien-Unternehmen Apple mitgeteilt, dass man seinen Video Content nicht in ein neues Format gießen werde, nur um ihn auf dem iPad anbieten zu können. Der Umstieg ist teuer und Flash weit verbreitet.

Gemessen am Erfolg von iPhone und iPad mag es gefährlich sein, seine Inhalte nicht für die derzeit wohl heißesten Geräte anzubieten. Vermessen wäre aber zu glauben, Apples derzeitige Macht sei zementiert. Der Vorsprung, den die Apfel-Leute derzeit haben, kann auch ganz schnell wieder schrumpfen. Lediglich eine Frage der Zeit ist es, bis Android voll konkurrenzfähig sein wird und weitere Tablets, beispielsweise von HP unter WebOS, auf den Markt kommen.

Gegenwind gibt es auch seitens der Musikindustrie, der Apples Gebaren bereits seit längerem ein Dorn im Auge ist. Inzwischen untersucht das US-Justizministerium Apples Stellung im Markt für Musik-Downloads.

Letzten Endes gilt, Apple wird seine Dominanz ohne hochwertige Inhalte nicht halten können. Abzuwarten aber bleibt, ob wir am Ende mehr Konkurrenz sehen oder ob sich Medien- und Musikkonzerne bei zu ihren Gunsten optimierten Beteiligungsmodellen doch wieder mit ihrem “Teufel” einlassen.

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