Zwei Drittel der Internet-Videos laufen auf dem iPad

Lukasz Konieczny

Steve Jobs hatte unlängst erklärt, dass niemand mehr Flash brauchen würde, um Medieninhalte aus dem Netz anzuschauen. Die Zukunft gehöre schließlich HTML5 und H.264. Doch wie sieht dies in der Praxis aus?

Adobe pocht weiterhin darauf, dass die Mehrheit der Videos im Internet ohne Flash nicht konsumiert werden können. Geht es nach Encoding, dann würden aber zwei Drittel der Internet-Videos bereits dem H.264-Standard entsprechen und damit mit dem iPad betrachtet werden können, wie TechCrunch berichtet. Nach Angaben von MeFeedia gelte dies aber nur für ein Viertel der Videos im Internet. Wer hat nun recht? TechCrunch geht davon aus, dass zwei Drittel aller Internetvideos iPad-kompatibel seien.

Man muss anmerken, dass Encoding und MeFeedia ihre Daten aus unterschiedlichen Quellen beziehen. MeFeedia ist eine Suchmaschine für Videos im Internet. Sie bezieht alle Arten von Videos ein, darunter auch viele ältere Clips, zumeist Flash-Videos. Encoding ist ein Dienstleister und stützt sich bei seinen Angaben nur auf die Videos, die es für seine Kunden codieren ließ. Eine zunehmende Verbreitung des iPads könnte aber viele dazu bewegen noch stärker auf Formate zu setzen, die mit dem Gerät konform sind.

So nimmt der Anteil an H.264-Videos bereits rapide zu. Frank Sinton, CEO von MeFeedia, gibt an, dass bereits die Hälfte aller neuen Videos im H.264-Format sind. Die Tendenz ist steigend, auch wenn Hulu erklärt hat, dass sein Angebot noch nicht ganz bereit für HTML5 sei. Ältere Clips hingegen werden nicht auf dem iPad abspielbar sein. Auch bei größeren Archiven, zum Beispiel von Newsportalen, ist aus Kostengründen nicht zu erwarten, dass der gesamte Bestand auf das H-264-Format umgestellt wird, wie Peter Kafka von MediaMemo anmerkt. Auf lange Sicht sollte mit dem iPad der Großteil der Internet-Videos jedoch konsumiert werden können.              

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