Umbruch und Verstärkung bei Sony Ericsson

Lukasz Konieczny

Das Joint Venture bekommt Verstärkung von Nokia, während Gedankenspiele um den vollständigen Einstieg von Sony kursieren. Bei Sony Ericsson scheint ein frischer Wind zu wehen, steht bald ein Umbruch bevor?

Tommi Laine-Ylijoki, der ehemalige Nokia-Vorstand für das Material-Management, verstärkt das schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen als Corporate Vice President und Head of Operations, wie The Next Web berichtet. Der Wechsel kann als ein Indiz für Turbulenzen gewertet werden, die bei Nokia herrschen sollen. Innerhalb von zwei Jahren halbierte sich der Marktanteil der Finnen im prestigeträchtigen Smartphone-Bereich, was zur Umorientierung hin zu Windows Phone geführt haben dürfte.

Um sich im Smartphone-Markt weiter erfolgreich zu positionieren, müsse Sony Ericsson aber mehr tun, als neues Spitzenpersonal einzustellen, wie aus einer Analyse von Reuters hervorgeht. Dort wird das mögliche Szenario eines vollständigen Einstiegs von Sony in das schwedisch-japanische Joint Venture diskutiert. Sony Ericsson bräuchte demnach einen dynamischen und finanzstarken Besitzer mit einem starken Multimedia-Angebot, um weiter bestehen zu können.   

Mit einer kompletten Übernahme könnte Sony seine Produktpalette aus Playstation-Spielen, Musik und Filmen optimal über die mobile Sparte anbieten und ein eigenes Ökosystem entwickeln. Sony brauche eine mobile Präsenz und Sony Ericsson den Content und die Dienste von Sony, so Geoff Blaber, Analyst bei CCS Insight. Eigene Tablets plant Sony bereits, da würde auch eine eigene Smartphone-Sparte gut in die Unternehmenspolitik hineinpassen.  

Seit nunmehr zehn Jahren besteht das Joint Venture zwischen Ericsson und Sony. Nach Verlusten 2009 gelang es Sony Ericsson im letzten Jahr wieder auf den grünen Zweig zu kommen. Seit einiger Zeit fokussiert sich das Unternehmen auf den boomenden Smartphone-Markt und die Android-Plattform. Dennoch gelingt Sony Ericsson nicht ganz, den Anschluss an die Mitbewerber Samsung, HTC und Motorola zu halten, was der Anteil von neun Prozent unter den Android-Smartphones zeigt.

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